Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Die öffentliche Kanalisation in Deutschland wird auf über 400.000 Kilometer Gesamtlänge geschätzt. Manche sprechen von 500.000 Kilometern. Grundstücksentwässerungen privater Liegenschaften sind in dieser gigantischen Länge noch nicht einmal enthalten. Sie werden auf noch einmal rund 1,5 Millionen Kilometer veranschlagt. Niemand weiß, wie dieses unterirdische Labyrinth exakt beschaffen ist. Ratten kennen sich wahrscheinlich am besten in ihm aus. Man versucht, den Gesamtbestand insbesondere öffentlicher Haltungen in Kanalkatastern und Kanaldatenbanken zu erfassen. Festgestellte Schäden am Kanalnetz sind dabei nicht die Ausnahme, sondern leider die Regel. Über die nicht festgestellten Schäden darf man spekulieren. In Deutschland hat der Sanierungsbedarf durch die Eigenkontrollverordnung einen deutlichen Anschub erhalten. Bis 2015 sollen alle Kanäle und Leitungen, auch die privaten, in ihrem Zustand erfasst (und saniert) sein. Ein Mammutprojekt. Und überall weiß man in der Zwischenzeit, dass unter uns eine Menge zu tun ist.

Was es kostet und bewirkt, wenn Schäden zu Buche schlagen

Man denkt bei Undichtheit immer an Ausfluss. Was aber ist mit dem Zufluss? Das Eindringen (Infiltration) von Fremdwasser in die Kanalisation stört den reibungslosen Betrieb von Kläranlagen. Aber der Ausfluss (Exfiltration) wird auch gerne verharmlost. Es gibt Experten, die von der Filterwirkung des Bodens sprechen. Oder von seiner Selbstreinigungskraft. Neuere Ergebnisse sind da weniger ermutigend. Voreilig ist es auch, auf biologische Abbaubarkeit zu hoffen. Es gibt Fälle, wo durch den Abbau die Toxizität sogar zunimmt. In Singapur hat man begonnen, das Leitungsnetz dicht zu machen, um die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung aus kontaminiertem Grundwasser im Griff zu halten. Undichte Kanäle führen zu Hohlraumbildungen. Ganze Straßen oder Gleisanlagen können durch Unterspülung einstürzen. Und natürlich ist ein intaktes Kanalnetz auch nicht zum Nulltarif zu haben. Eine Güterabwägung zwischen Ressourcenschutz, technischer Machbarkeit und Bezahlbarkeit. Aber der Wunsch nach einer intakten Umwelt nimmt zu.


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